Kultur / Myanmar

Myanmars Highlights – unsere Favoriten

Das überaus interessante und erfrischend andere Land Myanmar war über Jahrzehnte stark von der Außenwelt abgeschottet. So schwierig dieser Zustand für die einheimische Bevölkerung zweifellos war, so interessant ist es nun, den Wandel dieses Landes zu beobachten, das sich jetzt in seiner ganzen Schönheit öffnet. Faszinierende Kulturstätten und malerische Landschaften, allem voran aber die Warmherzigkeit und Offenheit der Birmanen machen das Land zu einer der ganz großen Destinationen. Für Sie haben wir einige der schönsten Orte Myanmars zusammengefasst.


Yangon – zwischen Buddhismus und kolonialem Erbe

 

Yangon, das früher einmal Rangun hieß, ist seit mehr als 10 Jahren nicht mehr die Hauptstadt Myanmars, ohne jeden Zweifel aber noch immer das wirtschaftliche, intellektuelle und kulturelle Zentrum des Landes – und meist auch der erste Ort auf einer Reise durch Myanmar. Hier tummeln sich politische Aktivisten, Künstler, Investoren und Backpacker und diese machen die Stadt zum interessantesten Ort des Landes, zumindest, wenn man das Urbane mag.

In keiner anderen Stadt sind die Entwicklung der letzten Jahre und gleichzeitig die bewegte Geschichte des Landes stärker zu spüren. Gebäude aus der Kolonialzeit, an denen der Zahn der Zeit vehement genagt hat, werden wieder instand gesetzt, um schicken Restaurants oder Hotels einen würdigen Rahmen zu geben, Monumente werden hergerichtet und an jeder Ecke spürt man eine ansteckende Energie.

In den Schatten gestellt wird jedoch alles von der umwerfenden Shwedagon Pagode oder Paya, wie es auf burmesisch heißt. Die goldglänzende Pagode, deren Grundsteine wohl bereits vor 2500 Jahren gelegt wurden, ist von überall aus der Stadt zu sehen und so scheint sich auch das Leben in Yangon ein wenig um dieses enorme Wahrzeichen zu drehen.

Die Altstadt von Yangon ist allerdings fast genauso schön und man sollte sich genug Zeit nehmen, diese intensiv zu erkunden, über bunte Märkte schlendern und den fast kosmopolitischen Esprit der Stadt aufsaugen.

Besonders am Abend ist die Atmosphäre in der Shwedagon Pagode sehr stimmungsvoll. Das Gewicht der Goldplättchen, die auf die Stupa aufgetragen wurden, wird auf 60 Tonnen geschätzt.

Besonders am Abend ist die Atmosphäre in der Shwedagon Pagode sehr stimmungsvoll. Das Gewicht der Goldplättchen, die auf die Stupa aufgetragen wurden, wird auf 60 Tonnen geschätzt.


Bagan – im Reich der Pagoden

 

Keine Frage: Bagan ist kein Geheimtipp mehr, aber das Besucheraufkommen ist weit geringer als beispielsweise in Angkor und wenn man sich diesem riesigen Areal nähert, am besten in einem Boot auf dem Irrawaddy, weiß man, wieso die Tempelstadt eine der Hauptattraktionen des Landes ist. In der historischen Königsstadt erheben sich auf rund 40 Quadratkilometern über 2000 Stupas in unterschiedlichen Höhen und Formen.

Vor etwa 1000 Jahren war Bagan das kulturelle und politische Zentrum des Königreichs, dessen fromme Herrscher in über 250 Jahren ca. 6000 buddhistische Tempel erbauen ließen. Davon sind viele zerfallen, aber auch neue hinzugekommen.

Hier kann man Tage verbringen, mit dem Fahrrad oder einer Pferdekutsche durch den Wirrwarr an Pagoden fahren, Sonnenuntergänge am Ufer des Irrawaddy genießen oder, wenn man das nötige Kleingeld hat, das gesamte Ausmaß auf einer Ballonfahrt überblicken. Wer einen Einblick in das ländliche Leben gewinnen möchte, sollte mit einem lokalen Boot den Fluss Irrawaddy überqueren, denn am anderen Ufer liegen urige Dörfer, deren Bewohner auch heute noch ihrer traditionellen Lebensweise nachgehen.

Der Thatbinnyu-Tempel in Bagan wurde um 1144 eingeweiht und ist mit 61 Metern das höchste Gebäude der Tempelstadt.

Der Thatbinnyu-Tempel in Bagan wurde um 1144 eingeweiht und ist mit 61 Metern das höchste Gebäude der Tempelstadt.


Inle-See – eine schwimmende Welt

 

Eine Myanmarreise ist kaum vollständig, wenn nicht auch ein paar Tage am Inle-See eingeplant sind, diesem enormen Süßwassersee, der Mensch und Tier gleichermaßen Lebensraum und Lebensgrundlage bietet. Myanmars zweitgrößter See liegt inmitten des Shangebirges, das die Region mit angenehm kühlem Klima versorgt. Um den Inle-See lebt das Volk der Intha, die wegen ihrer irren Rudertechnik als Einbeinruderer bekannt sind, hier auf Fischfang gehen und die schwimmenden Gärten des Sees bestellen. Auf einer Bootsfahrt auf dem See erlebt man hautnah, wie die „Leute des Sees“ ihr Leben am und auf dem Wasser leben. Auf Stelzen gebaute Häuser, schwimmende Gärten, traditionelle Webereien mit faszinierenden Lotustextilien sowie buddhistische Tempel und Klöster sind die prägenden Elemente dieses Kulturraums.

Ein Einbeinruderer bei der Arbeit auf dem Inle-SeeDas Volk der Intha ist für seine schwimmenden Gärten und, wie auf dem Bild zu sehen, virtuose Rudertechnik berühmt.

 


Mandalay – die kulturelle Hauptstadt Myanmars

Zugegeben: Der Reiz der Stadt Mandalay erschließt sich einem nicht wie bei Bagan auf den ersten Blick. Man muss schon genauer hinschauen, um mit der Stadt warm zu werden, ihre Geheimnisse zu lüften und den Wert des Aufenthalts zu erkennen.

Es gibt sie auch in Mandalay, die klassischen Sehenswürdigkeiten. Da ist zum einen die Kuthodaw-Pagode, eine Anlage mit 729 pavillonartigen Schreinen oder Stupas, in der jeweils eine Marmorplatte liegt. Auf diesen Marmorplatten ist der Pali-Kanon festgehalten, der das Leben und die Lehren des Buddha beschreibt. Die ruhige Atmosphäre stellt einen willkommenen Kontrast zur eher lauten Stadt her. Einen Besuch wert ist auch die angeblich 2000 Jahre alte, goldbedeckte Statue des Mahamuni Buddha, die jeden Tag Hunderte von Gläubigen aus dem ganzen Land anzieht. Am anderen Ufer des Flusses erhebt sich der Sagaing Hill mit seinen Hunderten von weiß gestrichenen Pagoden und Klöstern. In Amarapura, einem Vorort von Mandalay, steht zudem die U-Bein-Brücke, mit 1200 Metern die längste und mit 150 Jahren älteste Teakholzbrücke der Welt. Sie ist nicht nur ein tolles Fotomotiv, für die Einheimischen ist sie immer noch ein wichtiger Verkehrsweg. Mandalay ist aber vor allem ein wichtiges Zentrum der Bamar-Kultur und in seinen Straßen, Klöstern, Teehäusern und Manufakturen sprüht es nur vor Energie.

Die U-Bein Brücke bei Amarapura ist selten so leer. Meist drängen sich hier die Einheimischen um den Taungthaman-See zu überqueren.

Die U-Bein Brücke bei Amarapura ist selten so leer. Meist drängen sich hier die Einheimischen um den Taungthaman-See zu überqueren.

 

Unterwegs in Myanmar

Man kann Myanmar komplett mit dem Auto, Zügen oder Booten bereisen. Allerdings sind die Überlandfahrten langwierig, besonders da die Straßenverhältnisse noch sehr rudimentär sind. Wer also viel von Myanmar in eher kurzer Zeit sehen möchte, sollte die ein oder andere Strecke mit dem Flugzeug zurücklegen. Alle hier genannten Orte sind so erreichbar.