Kultur / Myanmar

Land und Leute in Myanmar

Myanmar ist eines der versteckten Juwelen Südostasiens. Das kann auch daran liegen, dass das Land erst seit ein paar Jahren für Besucher aus aller Welt geöffnet ist. Seitdem schafft es das ehemalige Burma immer wieder auf die Listen der beliebtesten Reiseländer für Kulturreisende – dank seiner urigen Atmosphäre, der Warmherzigkeit seiner Bevölkerung und der Vielzahl an beeindruckenden Monumenten.

Geographie

Zwischen den Ausläufern des Himalaya im Norden und dem Indischen Ozean im Süden liegt das “Goldene Land” Myanmar. Auf dem fruchtbaren Boden an den Ufern des Irrawaddy sind seit Jahrhunderten große Zivilisationen entstanden. In den Gebirgsregionen im Osten und Westen leben immer noch einheimische Volksstämme nach ihrer traditionellen Lebensweise.

Geschichte

Vor ca. 2000 Jahren entstanden die ersten Stadtstaaten der Pyu-Völker, die kulturell stark von Indien beeinflusst waren. Vom 9. bis zum 13. Jahrhundert erlebte Myanmar mit der Gründung der Stadt Bagan seine buddhistische Blütezeit. Zu dieser Zeit dehnte sich das Königreich von den Bergen im Norden bis zum Irrawaddy-Delta im Süden aus. Die frommen Herrscher ließen in über 250 Jahren knapp 6000 Pagoden erbauen, von denen ca. 2000 erhalten geblieben sind. Auseinandersetzungen mit den Mongolen und dem damaligen Siam schwächten Myanmar, bis das Land im 19. Jahrhundert zur britischen Kolonie wurde.

Das Land heute

Das 20. Jahrhundert brachte Myanmar zwar Unabhängigkeit, war aber auch von der Herrschaft einer diktatorischen Militärregierung geprägt. Im neuen Jahrtausend macht die parlamentarische Demokratie erste Fortschritte und die Burmesen haben gute Gründe, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken und das tun sie auch. Der Buddhismus ist die am weitesten verbreitete Religion in Myanmar und praktisch omnipräsent. Gleichzeitig haben die über 100 Ethnien ihre eigenen Sitten und Gebräuche.

Die Shwedagon Pagode, das funkelnde Wahrzeichen der Hauptstadt Yangon, ist zu jeder Tages- und Nachtzeit ein Erlebnis. Die malerischen Hügel um den Inle-See, das authentische Leben am Ufer des mächtigen Irrawady, die Pagoden von Bagan, die zu Hunderten in den Himmel ragen, unberührte Strände in Ngapali – Myanmar ist heute ein Genuss für Körper und Seele.

Essen & Trinken

Sehr lange wurde die Küche Myanmars durch die kulinarischen Traditionen seiner berühmten Nachbarn Indien, China und Thailand überschattet. Gleichzeitig haben diese Kochtraditionen die burmesische Küche aber auch beeinflusst – zusammen mit den unterschiedlichen Küchen der Vielen Völer des Landes, die die Küche Myanmars ebenfalls entschieden mitgestaltet haben, sodass sie heute ihren eigenen Geschmack und sehr distinkte Aromen hat. „Mohinga“ ist praktisch das Nationalgericht und besteht aus einer Fischsuppe mit Nudeln oder Reis. Gewürze, wie Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Gelbwurz werden reichlich verwendet. Köstliche Obstsorten, wie Mangos, Avocados und Kokosnüsse gehören zudem genauso zu einer Mahlzeit wie das beliebteste Getränk der Burmesen, der Tee. Wie in Indien wird er auch hier meist mit viel Milch und Zucker gekocht.  

Feste

Die Burmesen sind ein frommes, lebensbejahendes Volk und feiern das ganze Jahr über viele kleine und große Feste. Das Thingyan genannte Wasserfest ist das größte und wichtigste Fest in Myanmar, mit dem die Burmesen im April den Beginn des neuen Jahres feiern. Mit Wasserpistolen und Eimern ziehen sie durch die Stadt und sorgen dafür, dass niemand trocken bleibt. Zu Ehren Buddhas feiert man im Herbst auf dem Inle-See das farbenfrohe Fest Phaungdaw U. Hierbei wird eine Buddhastatue auf einer geschmückten Barke über den See gefahren.

Diese Feste machen Myanmar genauso liebenswürdig und einzigartig wie die größtenteils unberührten Naturlandschaften, die beeindruckenden Tempel sowie die Monumente und Menschen mit ihren ursprünglichen Lebensweisen.